Deutschland vor der Wahl – Was tun gegen Leerstände auf dem Land?

Am 24. September 2017 findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Wir haben im Vorfeld einige Fragen zu Themen, die für private Immobilieneigentümer besonders interessant sind, an die Parteien CDU, SPD, DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir jetzt in einer täglichen Artikel-Serie. Heute geht es um das Leerstands-Problem auf dem Land.

Am 24. September 2017 findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Wir haben im Vorfeld einige Fragen zu Themen, die für private Immobilieneigentümer besonders interessant sind, an die Parteien CDU, SPD, DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir jetzt in einer täglichen Artikel-Serie. Heute geht es um das Leerstands-Problem auf dem Land.

Berlin. Wir haben einen extrem hohen Anteil an großen Wohnungen. Die Haushalte werden jedoch immer kleiner. Vor allem in ländlichen Räumen stehen immer mehr große Wohnungen leer. Sie sind irgendwann nicht mehr nutzbar. Der langfristige wirtschaftliche Schaden ist enorm. Daher die Frage an die Parteien: Wie kann dieser Entwicklung entgegengesteuert werden?

Marie-Luise Dött, MdB CDU:

„Auf einigen regionalen Wohnungsmärkten macht sich der Wandel von Wirtschaft und Demografie bemerkbar. Die erforderlichen Anpassungen in der Stadtentwicklung sind selten wirtschaftlich. Auch Umbau oder Nutzungsänderung bedürfen einer rentablen Perspektive. Die Bundesregierung unterstützt diesen Prozess durch das „Stadtumbauprogramm“. CDU und CSU haben sich erfolgreich für dessen Aufstockung im Bundeshaushalt auf jährlich 260 Millionen Euro eingesetzt. Daran wollen wir anknüpfen.“

Michael Groß, MdB SPD:

„260 Millionen Euro stehen für Stadtumbauprogramme zur Verfügung. Damit können Altbauten saniert, gesichert und abgerissen werden. Förderfähig ist neben Neubau, Modernisierung und Bildung von Wohneigentum auch die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum. Das Programm „Altersgerechter Umbau“ der KfW muss konsequent verstetigt werden. Darüber hinaus wollen wir den Erwerb von Bestandsbauten durch Familien im ländlichen Raum mit Zuschüssen fördern.“

Caren Lay, MdB DIE LINKE:

„Unser Ziel sind gleichwertige Lebensverhältnisse und Perspektiven für die Bevölkerung im ländlichen Raum. Wir wollen Abwanderung durch eine andere Wirtschafts- und Strukturpolitik entgegensteuern. Das positive Beispiel des Wallmeroder Modells zeigt, wie Ortskerne kleiner Gemeinden auch für junge Familien attraktiv gestaltet werden können. Den bestehenden Umbaubedarf wollen wir durch öffentliche Förderung unterstützen, dies gilt insbesondere für den altersgerechten Umbau.“

Chris Kühn, MdB Bündnis 90/Die Grünen:

„Eine abgestimmte regionale Entwicklung vermeidet den ruinösen Wettlauf um Baugebiete. In ländlichen Räumen ohne Zuzug ist die Innenentwicklung vordringlich. Es gilt, Gebäude im Ortskern barrierefrei und bedarfsgerecht umzubauen. Modulare Grundrisse, die mit der Zeit angepasst werden können, sind besonders nachhaltig. Die KfW-Förderung für Barriereabbau wollen wir deutlich erhöhen und mit Barriereabbau im Wohnumfeld ergänzen.“

Dr. Hermann Otto Solms, FDP-Präsidium:

„Große Wohnungen können umgebaut und neu aufgeteilt werden. Denkbar wäre auch ein aktiveres Belegungsmanagement der Wohnungsbaugesellschaften. Das heißt, es werden Umzugsketten auch innerhalb der Bestände organisiert. Man könnte Belegungsrechte übertragbar ausgestalten: Wenn bezahlbare Angebote im Quartier/Stadtteil neu gebaut werden, erlaubt ein aktives Belegungsmanagement der Wohnungsbaugesellschaft und der kommunalen Seite die Übertragung des Belegungsrechts auf die neue Wohnung. Zeitlich und regional begrenzt kann der „Kauf von Belegungsrechten“ helfen.“

Das sagt Haus & Grund-Präsident Warnecke zu den Positionen zur Entwicklung des ländlichen Raums:

„Der ländliche Raum muss auch für jüngere, arbeitende Menschen wieder attraktiver werden. Die Digitalisierung der Arbeitswelt kann dabei helfen. Voraussetzung ist, dass der ländliche Raum an schnelle Datenleitungen angebunden wird. Ergänzend müsste der Umbau und die Modernisierung vorhandener Gebäude steuerlich gefördert werden: Die Kosten dafür müssen sofort in vollem Umfang geltend gemacht werden können.“

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