Wohneigentum für immer mehr junge Menschen unerreichbar

Nach dem Berufseinstieg eine Familie gründen und ein Eigenheim kaufen – für viele junge Menschen ist diese Lebensplanung heute unrealistisch. Und das, obwohl man für den Kauf des Eigenheims aktuell historisch niedrige Zinsen bezahlt. Doch was nützt das, wenn die Kosten rasant steigen? Zahlen belegen: Die Wohneigentumsquote bei jungen Menschen ist rückläufig.

Weg ins Eigenheim: Für junge Familien kaum noch bezahlbar

Nach dem Berufseinstieg eine Familie gründen und ein Eigenheim kaufen – für viele junge Menschen ist diese Lebensplanung heute unrealistisch. Und das, obwohl man für den Kauf des Eigenheims aktuell historisch niedrige Zinsen bezahlt. Doch was nützt das, wenn die Kosten rasant steigen? Zahlen belegen: Die Wohneigentumsquote bei jungen Menschen ist rückläufig.

Düsseldorf. Immer neue Zahlen machen deutlich, wie schwierig der Kauf eines Eigenheims inzwischen für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen geworden ist. Besonders betroffen sind von dieser Entwicklung Berufseinsteiger und junge Familien. So berichtet die Rheinische Post jetzt auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass die Eigentumsquote bei Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren zuletzt spürbar gesunken ist. Lag sie im Jahr 2006 noch bei 30 Prozent, waren es 2014 noch 27,4 Prozent.

Nicht nur, dass die Eigentumsquote bei jungen Menschen zurückgegangen ist: Der Wert liegt auch weit unter dem Durchschnitt. Insgesamt liegt die Eigentumsquote in Deutschland nämlich bei rund 45 Prozent. Das hat unter anderem damit zu tun, dass immerhin noch 55 Prozent der über 65-Jährigen Wohneigentum besitzen. Im Europäischen Vergleich sind diese Zahlen jedoch nicht besonders positiv: Deutschland liegt hier nach Zahlen des Prestel-Instituts auf dem drittletzten Platz. Der Baufinanzierer LBS sieht Deutschland in einer im März veröffentlichten Statistik sogar mit 53 Prozent auf dem vorletzten Platz in Europa. Für die EU insgesamt wird ein Durchschnitt von 71 Prozent angegeben.

Menschen unter 40: Verlierer-Generation in Sachen Wohneigentum

Die Ursachen für die geringe Eigentumsquote in Deutschland liegen auf der Hand. Mit einem Anteil von rund 15 Prozent an den Gesamtkosten machen die Kaufnebenkosten in Deutschland einen besonders großen Posten aus. „Die hohen Kaufnebenkosten, insbesondere die Grunderwerbsteuer, müssen aus dem Eigenkapital aufgebracht werden“, erklärt Prof. Dr. Peter Rasche, Vorsitzender von Haus & Grund Rheinland. Doch gerade Eigenkapital zu bilden fällt jungen Menschen heute besonders schwer, weil die Zinsen so niedrig sind. Hinzu kommt die hohe Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse, die eine Kreditaufnahme problematisch machen.

Die 25- bis 40-Jährigen sind aus Sicht des Prestel-Instituts noch aus einem anderen Grund eine Verlierer-Generation in Sachen Wohneigentum. So sagte der Leiter des Prestel-Instituts der Rheinischen Post: „Diese Altersgruppe zieht vermehrt in die Städte, wird dort aber zu Beginn der Karriere und Familiengründung mit den aktuell hohen Immobilienpreisen konfrontiert“. Wie berichtet sind in den deutschen Großstädten in den letzten Jahren Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent bei Wohnimmobilien zu verzeichnen gewesen. Mit den hohen Preisen wiederum steigt auch die Höhe der Kaufnebenkosten und somit insgesamt das Volumen des benötigten Eigenkapitals.

„Gerade für die Altersvorsorge ist Wohneigentum weiterhin ein wichtiger Baustein“, warnt Erik Uwe Amaya. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland meint: „Ein Freibetrag von der Grunderwerbsteuer für die selbstgenutzte Wohnimmobilie wäre eine wirkungsvolle Lösung des Problems.“

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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